Gegenstand der Veranstaltung sind neuere linguistische Theorien und Modelle der Morphologie, speziell in Bezug auf Probleme der gesprochenen Sprache, und deren Relation zum Lexikon. Im Mittelpunkt stehen die Theorien Paradigm morphology (Gregory Stump), Network morphology (Greville Corbett, Norman Fraser), Two-level morphology (Kimmo Koskenniemi, Lauri Karttunen). Diese Theorien werden in der Veranstaltung bei der praktischen Beschreibung der Flexionsmorphologie und Teilen der Derivationsmorphologie des Englischen und des Deutschen (nach Wunsch auch von anderen Sprachen) angewandt.
Ergebnis dieser praktischen Arbeiten soll eine theorieübergreifende Feststellung der Kernaussagen dieser Theorie, letztlich als Antwort auf die Frage: Welche Fakten und Arten von Fakten werden mit diesen Theorien beschrieben? Dieses Ergebnis soll dann als formales Modell dargestellt werden und zum Aufbau von kleinen aber repräsentativen Computerlexika in der Lexikonbeschreibungssprache DATR verwendet werden.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar is ein abgeschlossenes Grundstudium. Als Einführung in zentrale Aspekte der Problematik eignen sich folgende Werke:
Carstairs-McCarthy, A. (1992). Current Morphology. London: Routledge.
Katamba, Francis (1993). Morphology. Macmillan: Basingstoke.
Ritchie, G.D. et al. (1992). Computational Morphology. Cambridge Mass.: MIT Press.
Spencer, A. (1991): Morphological Theory. Oxford: Blackwell.
Sproat, R. (1992): Morphology and Computation. Cambridge Mass.: MIT Press.
Qualifikation ist durch Anfertung eines Referats und entweder schriftliche
Ausarbeitung (`kleiner Schein') oder als schriftliche Hausarbeit. Weitere
Informationen sind über meine WWW-Home-Page erreichbar:
http://coral.lili.uni-bielefeld.de/ gibbon/