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- Methoden: Analyse von Wörtern im Hinblick auf interpretierbare kleinere Einheiten im Hinblick auf semantische Interpretierbarkeit und phonologische Komposition:
- Struktur (interne Zusammensezung, externe Vorkommenskontexte)
- Interpretation (semantische Interpretation als Bedeutungssubstanz, phonetische Interpretation als Lautsubstanz)
- Gegenstände: Stämme und Affixe; kleinste Stämme sind Wurzeln (lexikalische Morphoeme; Affixe (Präfixe, Suffixe, Superfixe) sind grammatische Morpheme
- Modelle: Stamm-Affix-Hierarchien als Baumgraphen; Morphemketten
- Grundeinheit: Das WORT
- Unterschied zur Phonologie: Morphologische Einheiten haben eine Bedeutung und werden auf phonologische Strukturen abgebildet; phonologische Einheiten haben keine Bedeutung per se, sondern Kodieren die morphologischen Einheiten mit einem kleineren Inventar von Grundsymbolen
- Untergeordnete morphologische Beschreibungsebenen:
- Morphophonologie: Vorstufe der phonetischen Interpretation von Wörtern: Abbildung von einfachen, abgeleiteten und zusammengesetzeten Wörtern auf phonologische Einheiten (z.B. Phonemsequenzen; Akzentuierung; Anpassung der Silbenstruktur und morphophonologischer Alternationen bei Affixierung: Auslautverhärtung, a-Schwa-Reduktion im Deutschen)
- Morphosemantik: Semantische Interpretation von Wörtern, lexikalische Semantik: Abbildung von einfachen, abgeleiteten und zusammengesetzen Wörtern auf semantische Einheiten (z.B. Prädikaten, Argumenten; Objekten, Eigenschaften, Relationen); Bedeutungsrelationen zwischen Wörtern
- Morphotaktik: Syntagmatische Relationen zwischen Stämmen und Affixen, die Wörter konstituieren
Dafydd Gibbon
Sun Nov 19 13:51:33 MET 1995