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Die Prosodie umfaßt die Komponenten der Aussprache, die nicht den Phonemen
zugeordnet werden können.
Damit ist der Bereich der Prosodie ex negativo definiert und
entsprechend heterogen.
Der Bereich kann aber durch die Bezugnahme auf die bereits eingeführten
sprachstrukturierenden Beschreibungsebenen systematisiert werden:
- Diskurs:
- Redesteuernde Mittel: Sprachmelodie, Akzentuierung, Gliederung
- Text, Äußerung:
- Sprachmelodie, Akzentuierung, Rhythmische Gliederung
- Satz:
- Sprachmelodie, Akzentuierungshierarchien, Rhythmische Gliederung
- Wort:
- Tonmuster, Betonungsmuster
- Morphem:
- Bedeutungstragende Tonmuster, Bedeutungstragende Betonungsmuster
- Phonem:
- Distinktiver Ton, distinktive Betonung
Hinzu kommen phonetische Detaileffekte (Mikroprosodie), die nicht als solche
wahrnehmbar sind aber der Lautidentifikation und zum allgemeinen
Stimmeindruck (Sprecher-, Dialekt-, Sprachidentifikation) dienen.
Zur phonetischen Charakterisierung der Prosodie dienen nach allgemeiner
Auffassung drei Eigenschaften der Rede:
- Melodie (Tonhöhe, Tonverlauf, Grundfrequenz)
- Zeitmuster (Rhythmus, Dauer)
- Lautheit (Lautstärke, Energie)
Die Bereiche der Prosodie, die am meisten untersucht wurden, sind die Wort-
und Satz-Prosodie.
Die Wortprosodie wird hier ausgeklammert.
Zur Satzprosodie gehören nach allgemeiner Auffassung drei Kernbereiche:
- Intonation (Satzintonation: Tonhöhenverlauf, besonders am Satzende)
- Akzentuierung (Satzakzent: Zuordnung von Akzenten zu Satzkonstituenten, insbesondere vom letzten Akzent)
- Phrasierung (Prosodische Hierarchie: Gliederung durch Tonmuster, Rhythmus, Pausen)
Dafydd Gibbon, Wed Feb 12 10:50:41 MET 2003 Automatically generated, links may change - update every session.