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Up: 04.12.2001: Phonologie: endliche Maschinen
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In der Phonologie sind die zwei klassischen Relationen, die linguistische
Strukturen konstituieren, klar sichtbar:
- Paradigmatische Relationen:
- Ähnlichkeitsrelationen zwischen Elementen einer Menge (eines Vokabulars), die anhand konstitutiver bzw. distinktiver Merkmale definiert werden können: Bei den Elementen geht es z.B. um Phoneme, die durch Merkmalsstrukturen bestehend aus distinktiven Merkmalen bzw. distinktiven Eigenschaften definiert werden.
- Syntagmatische Relationen:
- Teil-Ganzes bzw. Teil-Teil-Relationen zwischen Elementen des Vokabulars, die durch eine Grammatik, einen Automaten usw. ausgedrückt werden können. Die Regeln einer solchen Grammatik definieren Seqzenzen (unter Umständen auch simultane Strukturen) und Hierarchien. Beispiele für solche Strukturen sind: Silben und phonologische Wörter. Die phonologische Syntax heißt oft Phonotaktik.
Ein praktischer Hinweis: In der Computerlinguistik werden in der Regel tastaturfreundliche Kodierungen des Internationalen Phonetischen Alphabets in einfachem ASCII-Text verwendet (z.B. das SAMPA-Alphabet).
Aufgaben:
- Suchen Sie das SAMPA-Kodierung für das Deutsche.
- Transkribieren Sie den Satz Streifst Du häufig diesen Baum beim vorbeifahren?
- Stellen Sie eine Kodierungstabelle für die Relation zwischen Graphemen und Phonemen auf.
- Stellen Sie eine Liste der Phoneme und eine Liste der Silben auf.
- Welche Strukturen haben diese Silben, bezogen auf die Konsonanten- und Vokalgruppen, aus denen sie bestehen?
- Betrachten Sie die Phoneme als Elemente eines Vokabulars und schreiben Sie eine Grammatik, mit denen Sie Silben so parsen können, daß die gewünschten Silbenstrukturen entstehen.
- Kann diese Grammatik in einen endlichen Automaten übersetzt werden?
- Nicht so spannend - die Antwort ist "Im Prinzip, ja!"... Aber wie?
Dafydd Gibbon, Wed Feb 12 10:50:41 MET 2003 Automatically generated, links may change - update every session.