Die Semantik von Sätzen hat die Aufgabe, den Sinn von lexikalischen und grammatischen Wörtern zu kombinieren, so daß ein neuer, komplexerer Sinn entsteht.
Darüber hinaus hat sie die Aufgabe, den Sinn von komplexen Sätzen als Funktion des Sinns einzelner Sätze zu bestimmen.
Genau wie der (intensionale) Sinn eines Worts als eine Art Rezept verstanden kann, wie seine (extensionale) Bedeutung identifiziert werden soll, unter Hinzunahme eines spezifischen Äußerungskontexts, so ist der (intensionale) Sinn eines Satzes als Rezept zu verstehen, wie sein Wahrheitswert ermittelt werden kann, ebenfalls unter Hinzunahme des spezifischen Äußerungskontextes.
Um die Satzsemantik zu verstehen, muß die Struktur von satzsemantischen Beschreibungen, also ihre Syntax, verstanden werden. Diese wird der Aussagenlogik entnommen.
| p | q | p |
| wahr | wahr | wahr |
| falsch | wahr | falsch |
| wahr | falsch | falsch |
| falsch | falsch | falsch |
| p | q | p |
| wahr | wahr | wahr |
| falsch | wahr | wahr |
| wahr | falsch | wahr |
| falsch | falsch | falsch |
| p | q | p |
| wahr | wahr | wahr |
| falsch | wahr | wahr |
| wahr | falsch | falsch |
| falsch | falsch | wahr |
p
q
(
p
q)
p
q
p
q
If John is clever then John will win. But John is not clever. So John will not win.If Jill is clever then Jill will win. But Jill won't win. So Jill isn't clever.
Ein einfacher Satz besteht in heutigen Semantiktheorien aus einem Prädikat und einem Argument oder mehreren Argumenten.
Weder der Terminus `Satz' noch die Termini `Prädikat' und `Argument' haben den gleichen Sinn wie in der Umgangssprache oder in der traditionellen Grammatik.
Diese Termini werden im folgenden erläutert.
In den konventionellen `natürlichenßprachen wird relativ klar zwischen Wortarten wie Nomen, Verb, Adjektiv, Adverb unterschieden. Der Terminus `Prädikat' wird in der Regel dem Verb vorbehalten.
Für die Semantik haben diese Unterscheidungen aber keine so große Bedeutung: Alle drücken Eigenschaften aus, die Objekten oder Ereignissen zugeschrieben werden oder sie miteinander syntagmatisch verbinden können.
Beispielsweise:
| Dieter ist groß, rothaarig und grünäugig. | GROSS(d) |
| Die coole Anne besucht Dieter. | COOL(a) |
Die Anzahl der Objekte, die ein Prädikat syntagmatisch zu einem größeren Ganzen verbindet heißt die Valenz des Prädikats.
Die logischen Ausdrücke, die Objekte bezeichnen können, heißen Argumente. Der Terminus `Argument' ist das logische Pendant zu zwei eng verwandten Wortarten:
Logische Namen werden oft mit den Buchstaben a, b, c, d, ..., h symbolisiert (manchmal mit numerischen Subskripten indiziert:
,
, ...).
Logische Variablen werden oft mit den Buchstaben x, y, z symbolisiert (manchmal mit numerischen Subskripten indiziert:
,
, ... )
In konventionellen Sprachen gibt es auch Ausdrücke, die in vielerlei Hinsicht wie Namen funktionieren, und die in Nominalphrasesn ausgedrückt werden: die beschreibenden Ausdrücke, wie: