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Semantik -- Satzsemantik

Die Semantik von Sätzen hat die Aufgabe, den Sinn von lexikalischen und grammatischen Wörtern zu kombinieren, so daß ein neuer, komplexerer Sinn entsteht.

Darüber hinaus hat sie die Aufgabe, den Sinn von komplexen Sätzen als Funktion des Sinns einzelner Sätze zu bestimmen.

Genau wie der (intensionale) Sinn eines Worts als eine Art Rezept verstanden kann, wie seine (extensionale) Bedeutung identifiziert werden soll, unter Hinzunahme eines spezifischen Äußerungskontexts, so ist der (intensionale) Sinn eines Satzes als Rezept zu verstehen, wie sein Wahrheitswert ermittelt werden kann, ebenfalls unter Hinzunahme des spezifischen Äußerungskontextes.

 

Syntax und Semantik

Um die Satzsemantik zu verstehen, muß die Struktur von satzsemantischen Beschreibungen, also ihre Syntax, verstanden werden. Diese wird der Aussagenlogik entnommen.

 

Syntax

  1. p, q, ... sind Sätze.

  2. Wenn p, q Sätze sind, dann sind auch p tex2html_wrap_inline4492 q, p tex2html_wrap_inline4494 q, p tex2html_wrap_inline4176 q, tex2html_wrap_inline4472 q Sätze.

  3. Sonst gibt es keine Sätze.

 

Denotative Semantik

  1. Die Bedeutung von p, q (B(p), B(q)) tex2html_wrap_inline4500 {wahr, falsch}.

  2. Wenn B(p) = falsch, B(tex2html_wrap_inline4472 p) = wahr.

  3. Wenn B(p), B(q) jeweils in den ersten beiden Spalten sind, dann ist B(p tex2html_wrap_inline4492 q) in der dritten Spalte:
    p q ptex2html_wrap_inline4492q
    wahr wahr wahr
    falsch wahr falsch
    wahr falsch falsch
    falsch falsch falsch

  4. Wenn B(p), B(q) jeweils in den ersten beiden Spalten sind, dann ist B(p tex2html_wrap_inline4494 q) in der dritten Spalte:
    p q ptex2html_wrap_inline4494q
    wahr wahr wahr
    falsch wahr wahr
    wahr falsch wahr
    falsch falsch falsch

  5. Wenn B(p), B(q) jeweils in den ersten beiden Spalten sind, dann ist B(p tex2html_wrap_inline4176 q) in der dritten Spalte:
    p q ptex2html_wrap_inline4176q
    wahr wahr wahr
    falsch wahr wahr
    wahr falsch falsch
    falsch falsch wahr

 

Prozedurale Semantik (Inferenz)

p tex2html_wrap_inline4492 q tex2html_wrap_inline4518 tex2html_wrap_inline4472 (tex2html_wrap_inline4472 p tex2html_wrap_inline4494 tex2html_wrap_inline4472 q)

p tex2html_wrap_inline4176 q tex2html_wrap_inline4518 p tex2html_wrap_inline4494 tex2html_wrap_inline4472 q

If John is clever then John will win. But John is not clever. So John will not win.

If Jill is clever then Jill will win. But Jill won't win. So Jill isn't clever.

 

Einfache Sätze sind nicht immer einfach

Ein einfacher Satz besteht in heutigen Semantiktheorien aus einem Prädikat und einem Argument oder mehreren Argumenten.

Weder der Terminus `Satz' noch die Termini `Prädikat' und `Argument' haben den gleichen Sinn wie in der Umgangssprache oder in der traditionellen Grammatik.

Diese Termini werden im folgenden erläutert.

 

Prädikate

In den konventionellen `natürlichenßprachen wird relativ klar zwischen Wortarten wie Nomen, Verb, Adjektiv, Adverb unterschieden. Der Terminus `Prädikat' wird in der Regel dem Verb vorbehalten.

Für die Semantik haben diese Unterscheidungen aber keine so große Bedeutung: Alle drücken Eigenschaften aus, die Objekten oder Ereignissen zugeschrieben werden oder sie miteinander syntagmatisch verbinden können.

Beispielsweise:

Dieter ist groß, rothaarig und grünäugig. GROSS(d) tex2html_wrap_inline4492 ROTHAARIG(d) tex2html_wrap_inline4492 GRUENAEUGIG(d)
Die coole Anne besucht Dieter. COOL(a) tex2html_wrap_inline4492 BESUCHT(a,d)

Die Anzahl der Objekte, die ein Prädikat syntagmatisch zu einem größeren Ganzen verbindet heißt die Valenz des Prädikats.

 

Argumente

Die logischen Ausdrücke, die Objekte bezeichnen können, heißen Argumente. Der Terminus `Argument' ist das logische Pendant zu zwei eng verwandten Wortarten:

  1. Namen (Eigennamen): Konventionelle Eigennamen entsprechen etwa logischen Namen (oft Namenskonstanten genannt), außer daß logische Namen im Gegensatz zu den meisten konventionellen Namen niemals mehrdeutig sind: Namen wie Diana Windsau, Helmut Cole, Bill Klingtann, ... können sich auf viele Menschen beziehen.Ausnahme: Nur `Guildo Horn' ist einmalig.

    Logische Namen werden oft mit den Buchstaben a, b, c, d, ..., h symbolisiert (manchmal mit numerischen Subskripten indiziert: tex2html_wrap_inline4542, tex2html_wrap_inline4544, ...).

  2. Pronomen: Konventionelle Pronomen beziehen sich grundsätzlich nicht auf Einzelpersonen sondern wechseln ihren Bezug mit der Situation: ich und du beispielsweise immer dann, wenn der Sprecher in einem Dialog wechselt. In der Logik entsprechen sie etwa logischen Variablen, die durch Quantoren wie alle oder (mindestens) ein.

    Logische Variablen werden oft mit den Buchstaben x, y, z symbolisiert (manchmal mit numerischen Subskripten indiziert: tex2html_wrap_inline4542, tex2html_wrap_inline4544, ... )

 

Beschreibende Ausdrücke

In konventionellen Sprachen gibt es auch Ausdrücke, die in vielerlei Hinsicht wie Namen funktionieren, und die in Nominalphrasesn ausgedrückt werden: die beschreibenden Ausdrücke, wie:


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© Dafydd Gibbon Thu Jun 25 08:00:45 MET DST 1998