Die Wortsemantik ist
Eine Definition ist eine Beschreibung der Bedeutung eines Worts anhand
eines bekannten verbalen oder situativen Kontexts.
Die Definitionslehre ist ein wichtiger Teil der Lexikologie,
der Lexikographie sowie der Terminologielehre, aber
auch im Mittelpunkt der linguistischen und logischen Semantik.
Definitionen gibt es in vielen Varianten; einige geläufige sind:
Einige wichtige Unterscheidungen bestehen zwischen den intensionalen Definitionen und den extensionalen Definitionen, d.h. in den Fregeschen Kategorien zwischen den Definitionen, die auf Sinn beruhen, und den Definitionen die auf Bedeutung beruhen.
Eine Meeresjungfrau hat von Scheitel bis Nabel das Aussehen eines Menschenweibchens, ist aber unterhalb des Nabels mit Fischschwanz statt Unterleib und Beinen versehen.Diesen intensionalen Definitionen entsprechen keine extensionalen Definitionen, da solche Wesen nicht real existieren und folglich keine Mengen bilden können.
Ein Satyr hat von Scheitel bis Nabel das Aussehen eines Menschenmännleins, ist aber unterhalb des Nabels mit Unterleib, Beinen und Schwanz eines Ziegenbocks versehen.
Ein Tier ist ein Wesen mit einem Herzen.Die Mengen der Wesen mit Herzen ist identisch mit der Menge der Wesen mit Nieren.
Ein Tier ist ein Wesen mit Nieren.
Einen klassischer Bereich, der sich für die Komponentenanalyse eignet, stellen die Verwandschaftsbezeichnungen dar. Bei Verwandschaftsbezeichnungen handelt es sich um relationale Komponenten, obwohl dies manchmal in der Literatur nicht klar wird:
| m | männlich |
| w | weiblich |
| e | eltern |
| Vater(x,y) | e(x,y) & m(x) |
| Mutter(x,y) | e(x,y) & w(x) |
| Kind(x,y) | e(y,x) |
| Sohn(x,y) | e(y,x) & m(x) |
| Tochter(x,y) | e(y,x) & w(x) |
| Bruder(x,y) | e(y,x) & e(y,z) & m(x) |
| Schwester(x,y) | e(y,x) & e(y,z) & w(x) |
| Onkel(x,y) | ... |
| Tante(x,y) | ... |
| Cousin(x,y) | ... |
| Cousine(x,y) | ... |
| Großvater(x,y) | e(x,z) & e(z,y) & m(x) |
| Enkel(x,y) | ... |
| Großenkeltochter(x,y) | ... |
Versuchen Sie, weitere Verwandschaftsgrade zu definieren!
Wörter können aufgrund paradigmatischer oder syntagmatischer semantischer Relationen zu Feldern gruppiert werden.
Die traditionelle Bezeichnung Feld kann für die meisten Zwecke schlicht durch die Bezeichnung `Menge' oder `Struktur' ersetzt werden, da `Feld' nicht in nennenswertem Zusammenhang mit Terminologien wie etwa `magnetisches Feld' steht, in denen es um kontinuierliche kausale Eigenschaften von Räumen geht. Die traditionelle Bezeichnung wurde bereits in den 20er und 30er Jahren eingeführt, bevor der Nutzen der Mengenlehre außerhalb der Mathematik erkannt worden war; wir übernehmen ihn als Synonym für `Menge'.
Typische paradigmatische Wortfelder sind um einen Oberbegroff als seine Unterbegriffe gruppiert:
Im Diagramm sind die Felder `Hunde' und `Katzen' jeweils im Feld `Tiere' enthalten, und zueinander disjunkt.

Aus die Mengenrelation des Enthaltenseins kann auch geschlossen werden, daß eine Implikationsrelation besteht:
Für alle x, wenn x ein Hund ist, dann ist x ein Tier.
Paradigmatische Wortfelder, die in anderen paradigmatischen Wortfeldern als Teilmengen enthalten sind, können als Taxonomie (Begriffshierarchie) beschrieben werden.

Eine Relation, die nicht hierarchisch ist, stellt die Kreuzklassifikation dar. Die beiden Felder `Männliche' und `Weibliche' sind zueinander disjunkt und überlappen alle anderen Felder, enthalten sie aber nicht und sind nicht in ihnen enthalten.
Das Diagramm enthält zwei Partitionen, d.h. Mengen, deren Teilmengen alle paarweise zueinander disjunkt sind. Solche Partitionen sind in der Linguistik -- nicht nur in der Semantik -- sehr wichtig und bilden die Basis für die Beschreibung von Mengen (bzw. Feldern) auf der Basis von Attribut-Wert-Paaren.
Typische syntagmatische Wortfelder sind durch Teil-Ganzes-Relationen in Situationen konstituiert und durch syntaktische Teil-Ganzes-Relationen als Kollokationen ausgedrückt werden:

Syntagmatische Wortfelder, die Teile anderer syntagmatischer Wortfelder sind, können als Mereonomien (manchmal als Meronomien bezeichnet) beschrieben werden.

Eine Verallgemeinerung des Begriffs des semantischen Felds stellt der Begriff der semantischen Relation dar, z.B. Synonymie, Antonymie, Hyponymie, die Wörter paarweise miteinander in Beziehung setzen (binäre Relationen).
In der Mengenlehre werden binäre Relationen als Mengen von Paaren beschrieben.
Einfaches Beispiel:
Die Relation VERHEIRATET gleicht der Menge der verheirateten Paare.
Natürlich ist dies
keine Begriffsdefinition bzw.
keine intensionale Definition
und soll diese auch nicht sein, sondern eine extensionale Definition.
| Sinnrelation | Art der Felddefinition |
| Oberbegriff, Hyperonym | Vereinigungsmenge mehrerer kleinerer Mengen |
| Möbel | |
| Unterbegriff, Hyponym | Menge lexikalischer Einheiten mit gleichem Oberbegriff |
| Stuhl, Tisch | |
| Kohyponyme: | |
| -- Synonyme | Menge gleichbedeutender lexikalischer Einheiten |
| -- Antonyme | nicht überlappende, durch Hyponyme definierte Mengen |
| Beispiel | Sinnrelation |
| Stuhlbein | Ganzes-Teil |
| Schraubenzieher | Gegenstand-Instrument |
| Milchmädchen | Gegenstand-Agens |
Der Zweig der Logik, der sich mit den Relationen von Teilen und Ganzen befaßt, heißt Mereologie.
Hyponymie (Relation zwischen Unterbegriffen und Oberbegriffen) stellt die Grundlage der klassischen paradigmatischen semantischen Relationen dar.
Der Oberbegriff heißt Hyperonym.
Gemeinsame Unterbegriffe eines Oberbegriffs heißen Kohyponyme.
Unter den Kohyponymen bestehen weitere Relationen:
Denotative Synonyme, konnotative Antonyme:
Wertende Bedeutungen können mit positiven oder negativen Konnotationen versehen sein, was durchaus in unterschiedlichen Kulturen unterschiedlich sein kann.
Ein kleiner Test:
Kreuzen Sie für jedes Wort an, wie Sie es beurteilen:
| schlecht | eher schlecht | neutral | eher gut | gut | |
| Macht | |||||
| Harmonie | |||||
| Ehrgeiz | |||||
| Ironie | |||||
| Politik | |||||
| Gespräch | |||||
| Geld | |||||
| Ambition | |||||
| Sex | |||||
| Aufstehen | |||||
| Scheiße | |||||
| Kaffee | |||||
| Arsch | |||||
| Fußball | |||||
| Hintern |
Bitte notieren Sie auch:
Die Tabuwörter sind ein Spezialfall der Wörter mit ausgeprägter konnotativer Bedeutung, die entlang einer Konnotationsskala etwa folgender Art eingeordnet werden können:
verroht-intim-informell-formell-technisch
Bei allen Tabuwörtern ist zu fragen, um welche Art von Tabu es sich handelt:
Beispiele:
| English: | ||
| Fachbegriff | Tabuformen | Euphemismen / Koseformen |
| penis | cock, prick | willy, family jewels |
| vagina | cunt, hole | pussy |
| mammary glands | tits | breasts, bosom |
| penetration, sexual intercourse | fuck, shaft, screw | sleep with, make love |
| Fachbegriff | Tabuformen | Euphemismen / Koseformen |
| Deutsch: | ||
| penis (männliches) Glied | Schwanz, Ding | Pimmelmann, Schniedelwutz |
| vagina, Scheide | Fotze, Möse | Muschi |
| Mamm-(ographie) | Titten | Brüste, Busen |
| Penetration | ficken, vögeln, bumsen | Geschlechtsverkehr, Beischlaf |