Anmerkung: Aufgrund der Diskussion in und nach der Vorlesung wurde dieses Skript überarbeitet. U.a. wurde als Beispiel eine vollständige Ableitung eingefügt und eine irreführende Angabe von Ableitungsschritten entfernt.
Eine einfache AVM-Grammatik oder Merkmals-Grammatik kann auf der Basis einer kontextfreien, Typ-2-Grammatik entwickelt werden.
Die Übersetzungsfunktion ist in Tabelle 2 informell beschrieben.
In der nachfolgenden Grammatik ist eine Struktur fest vorgegeben, allerdings können die Wörter, die verwendet werden, dadurch variiert werden, dass eine Wertemenge angegeben wird, die als Disjunktion zu interpretieren ist, beispielsweise {tigress, chimpanzee, python}. Auf die Angabe von alternativen Strukturen wurde aus Einfachheitsgründen verzichtet.
{
,
,
,
,
,
,
,
big,
tigress,
saw,
the
}
Die folgende Struktur wurde mit einem in Scheme implementierten Generator automatisch aus den Regeln konstruiert, wobei eine zufällige Auswahl unter den möglichen Werten eines Attributs getroffen wurde:
Zur Diskussion
Die folgende Ableitung folgt den üblichen Regeln für Ableitungen mit kontextfreien Grammatiken, entsprechend der Ersetzung von den Konventionen der Regelgrammatik durch die Konventionen der AWM-Grammatik.
Das heißt:
Die Ableitungsinstruktion sieht also so aus:
Start-AWM:
Subjekt-Attribut als NP expandieren:
Specifier der Subjekt-NP als Artikel expandieren:
Complement der Subjekt-NP als Adjektiv expandieren:
Kopf der Subjekt-NP als Nomen expandieren:
Prädikat als VP expandieren:
Verb-Complement als Objekt-NP expandieren:
Specifier der Objekt-NP als Artikel expandieren:
Complement der Objekt-NP als Adjektiv expandieren:
Kopf der Objekt-NP als Nomen expandieren:
Kopf der VP mit Verb expandieren:
Die oben angegebene AVM-Struktur wurde automatisch durch eine Computerimplementierung eines Interpreters für die Grammatik, der die Operationen der Unifikation bei der Bearbeitung der Regeln, operationalisiert.
Bei der Abarbeitung der Regeln in der Derivation ist es egal, in welcher Reihenfolge die Konstituenten-Attribute einer AVM bearbeitet werden. In diesem Beispiel wurde die erste zuerst behandelt, also das Subjekt vor dem Prädikat, usw.
Darüber hinaus ist diese Ableitung durch eine recursive descent-Strategie gekennzeichnet (auch als depth-first-Strategie bekannt): Wenn ein Attribut bearbeitet wird, werden zuerst die Konstituenten ihres Werts bearbeitet, bevor seine gleichrangigen Schwester-Konstituenten bearbeitet werden (die Behandlung aller Attribute auf einer Ebene, bevor ihre Konstituenten bearbeitet werden, heißt entsprechend breadth-first.
Jede andere Reihenfolge der Bearbeitung wäre möglich, vorausgesetzt, dass keine der rekursiven Schritte übersprungen wird.
Zur Diskussion: