Nach dem informellen Überblick ß"uber Attribut-Wert-Paare sollen Attribut-Wert-Paare jetzt weiter semantisch begründet werden. Zunächst werden Eigenschaften anhand einer linguistisch relevanten Ereignisdomäne beschrieben, dann werden unter Verwendung der bereits eingeführten Begriffe Begriffe Äquivalenzklasse und und Partition Attribut-Wert-Paare und Attribut-Wert-Strukturen eingeführt.
Sprachlichen Ereignissen (und Teilereignissen) des Sprechens, des Schreibens, des Gestikulierens usw., sowie Objekten (z.B. Aufnahmen, Textstücke, Transkriptionen) die aus diesen Ereignissen entstehen. können Eigenschaften verschiedener Art zugeschrieben werden.
Eigenschaften werden in der Regel durch Prädikate ausgedrckt, die in Sätzen auf Namen von Objekten (oder auf Variablen über Ereignisse bzw. Objekte) angewendet werden und diese auf Wahrheitswerte abbilden.
Beispiele:
e sei ein Äußerungsereignis:
Einem solchen Ereignis können verschiedene Eigenschaften zugeschrieben werden:
Jede Eigenschaft definiert eine Äquivalenzklasse A von Ereignissen bzw. Objekten, denen diese Eigenschaft zugeschrieben wird.
Wenn alle Eigenschaften gleichzeitig gelten, dann können sie mit einer Konjunktion als komplexes Ereignis beschreiben werden:
Zur Diskussion
Jede Äquivalenzklasse A definiert implizit eine binäre Partition der Ereignismenge E, also der Ereignisse, die die Eigenschaft haben und die Ereignisse, die die Eigenschaft nicht haben. Also wird die Menge E von Äußerungsereignissen durch eine Eigenschaft P in eine binäre Partition zerlegt, besstehend aus
Mit anderen Worten:
Zu einer Eigenschaft, die eine Äquivalenzklasse beschreibt, die ein Element einer binären Partition ist, kann explizit die komplementäre Eigenschaft definiert werden, die die Äquivalenzklasse beschreibt, die das zweite Element dieser Partition ist.
Ein solches Eigenschaftspaar, die gemeinsam eine Partition definiert, stellt der Wertebereich eines Attributs dar.
Mit anderen Worten:
Attribute, deren Wertemenge eine Kardinalität (Mächtigkeit) von 2 hat, sind binäre Attribute. Attribute können auch definiert werden, deren Wertemenge eine andere Kardinalität hat, also 1, 3 oder mehr. Ein einwertiges Attribut ist effektiv dasselbe, wie eine einfache Eigenschaft.
In einem Attribut-Wert-Paar
, ist B das Attribut und c ein Wert dieses Attributs.
Wie Eigenschaften beschreiben Attribut-Wert-Paare also Äquivalenzklassen und damit Elemente einer Partition, die durch das Attribut selbst beschrieben wird.
Die Zugehörigkeit von Werten zu Attributen wird durch Eignungsbedingungen (appropriateness conditions) ausgedrückt. Eine Eignungsbedingung fß"uhrt alle Werte eines Attributs auf:
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Attribut-Wert-Paare
werden häufig
oder
geschrieben:
Gewöhnlich wird in linguistischen Beschreibungen das Argument des Prädikats weggelassen:
Im Prinzip stellt diese Schreibweise aber bereits eine Attribut-Wert-Struktur dar, interpretiert als eine Konjunktion von Attribut-Wert-Paaren, die die Schnittmenge verschiedener Äquivalenzklassen der Gesamtmenge definieren:
Eine Attribut-Wert-Struktur wird als Funktion definiert, die eine Attribute auf Werte abbildet.
Ein spezifisches linguistisches Beispiel, das eine Verbformklasse beschreiben kann, wäre:
Werte von Attributen können nicht nur atomare Werte (interpretiert als einfache Eigenschaften) sein, sondern können ihrerseits auch Attribut-Wert-Strukturen sein, die innerhalb einer Äquivalenzklasse eine weitere Partition definieren:
Eine Beschreibung dieser Art hat in der Linguistik sofort eine Anwendung: die Kongruenz zwischen Subjekt-Nominalphrase und Verb wird dadurch definiert. Die Subjekt-Nominalphrase muß die folgende Attribut-Wert-Struktur haben:
Zur Diskussion: