next up previous
Next: Attribut-Wert-Strukturen (AW-Strukturen) Up: Dafydd GibbonFormale Methoden Previous: Dafydd GibbonFormale Methoden

Merkmale, Attribut-Wert-Paare

Eigenschaften

Wenn eine Menge in beschreibender Schreibweise definiert wird, wird die charakteristische Eigenschaft der Menge angegeben:

Die Menge der Schreibtische: tex2html_wrap_inline4107
Die Menge der Phoneme des Deutschen: tex2html_wrap_inline4109
Die Menge der deutschen stimmhaften bilabialen Plosive: tex2html_wrap_inline4111, tex2html_wrap_inline4113

Diskussionsfragen:

Welche Formulierungsmöglichkeiten bestehen für die beschreibende Angabe folgender Mengen?

Die Menge der transitiven Verben: ...
Die Menge der abstrakten Nomina: ...
Die Menge der Personennamen: ...

Welche weiteren linguistischen Eigenschaften kennen Sie?

Schon mal von Partitionen gehört?

Es kann vorkommen, dass eine Menge von Objekten nach aufgrund ihrer Eigenschaften partitioniert werden soll.

Beispiel:

Mann Frau
alt jung
schwarz weiß

Eine Partition P einer Menge A ist eine Menge nichtleerer disjunkter Teilmengen von A, wobei jedes tex2html_wrap_inline4115 ein Element einer (d.h. genau einer) dieser Teilmengen ist.

Die Partition muss nicht binär sein. Vgl. die Partitionen, die aufgrund folgender Eigenschaften definiert werden können:

rot, orange, gelb, grün, blau, (indigo,) violett
kalt, kühl, warm, heiß
nördlich, südlich, östlich, westlich
...

Diskussionsfrage:
Wie heißen solche semantischen Relationen zwischen Wörtern?

oder von Äquivalenzrelationen?

Partitionen werden durch Äquivalenzrelationen definiert:

Wenn R eine Äquivalenzrelation auf A ist, dann ist die Menge der dadurch definierten Äquivalenzklassen eine Partition von A.

Zur Erinnerung:
Äquivalenzrelationen haben folgende Eigenschaften:

Diskussionsfrage:
Welche semantischen Relationen sind Äquivalenzrelationen?

Paradigmatische Relationen

Die paradigmatische Dimension sprachlicher Strukturen, d.h. paradigmatische Relationen, die intuitiv als Ähnlichkeitsrelationen zu bezeichnen sind, werden durch Äquivalenzrelationen bzw. durch Partitionen definiert.

Diskussionsfrage:
Welche paradigmatischen Relationen zwischen sprachlichen Einheiten - auf semantischer, syntaktischer und phonologischer Ebene - kennen Sie?

Merkmale

Die klassische Anwendung von Äquivalenzklassen bzw. Partitionen in der Linguistik findet man in der Merkmalstheorie in der Phonologie und in der Komponentenanalyse in der Semantik.

Wieso Partitionen?

Hier geht es um binäre Merkmale, wobei Gegensätze in eckigen Klammern geschrieben werden:

[+ stimmlos], [- stimmlos], [+ nasal], [- nasal], [+ labial], [- labial], ...

Die Angaben "+", "-" heißen Merkmalsspezifikationen.

Phoneme werden als ß"Aquivalenzklassen von Lauten (Allophonen) definiert, die von "Bündeln" von distinktiven Merkmalen als komplexe Eigenschaft charakterisiert werden:

/p/ = tex2html_wrap_inline4117

Die in der Linguistik übliche Schreibweise ist:

/p/ = [- stimmhaft, +labial, +plosiv]

oder:

/p/ = tex2html_wrap_inline4119

Diskussionsfragen:

  1. Welche formale Eigenschaft dieser Merkmale erlaubt es, sie als "distinktive" Merkmale zu bezeichnen?
  2. Wie werden die Konsonanten /p, t, k, m, n/ durch Merkmale beschrieben?
  3. Welche einfachen semantischen Merkmale werden benötigt, um Küchengegenstände zu definieren?

Attribut-Wert-Paare

Eine Verallgemeinerung der Merkmale stellen die Attribut-Wert-Paare dar:

Beispiel:

tex2html_wrap_inline4121

Diskussionsfragen:
Erstellen Sie Attribut-Wert-Beschreibungen für die Bedeutungen folgender Wörter:


next up previous
Next: Attribut-Wert-Strukturen (AW-Strukturen) Up: Dafydd GibbonFormale Methoden Previous: Dafydd GibbonFormale Methoden

Dafydd Gibbon, Thu Jul 3 20:58:05 MEST 2003 Automatically generated, links may change - update every session.